Projektjahr endet: „MittendrIn Berlin“ hat der Bahnhofstraße in Lichtenrade neue Perspektiven eröffnet

 

Ein Jahr ist es her, dass das Bürgerforum Zukunft Lichtenrade für die Händlerinitiative Bahnhofstraße die Siegerurkunde in Empfang nehmen konnte: mit dem Projektbeitrag „Offen für alle: die Bahnhofstraße!“ konnten die Akteure die Jury des „MittendrIn Berlin!“-Wettbewerbs überzeugen. Mit dem damit verbundenen Preisgeld sollten die Bürger Lichtenrades und ihre Gäste in die Umsetzung einbezogen und der Startpunkt für eine neue Angebotskultur der Bahnhofstraße gesetzt werden. Mit dem Projekttitel war nicht nur Barrierefreiheit, bezogen auf Mobilitätseinschränkungen gemeint, sondern eine neue Öffnung für ein zukunftsfähiges Einkaufs- und Begegnungszentrum der Lichtenrader und ihrer Gäste. Barrieren aller Art, für Alt und Jung, „Eingeborene“ und „Zugereiste“ sollten öffentlichkeitswirksam aus dem Weg geräumt werden.

Nach fünf Veranstaltungen und drei nachhaltigen Serviceaktionen sowie Workshops für Immobilieneigentümer und Händlermarketing können die Händler und das Bürgerforum jetzt zufrieden zurückschauen. Auch wenn nicht alle Ziele des sehr umfangreichen Programms erreicht werden konnten, ziehen sie dennoch ein überaus positives Fazit. Und so ganz „nebenbei“ hat die Bahnhof-straße auch ein neues Logo bekommen, das tausend kostenlos verteilte Stoff-Einkaufsbeutel ziert. Seit wenigen Wochen ist außerdem die Internetseite www.bahnhofstrasse.de online und informiert Interessierte jeden Tag ein bisschen mehr über die Aktivitäten und Angebote in der Lichtenrader Einkaufsmeile. Zur Kommunikation wurden fast 50.000 Flyer gedruckt und verteilt, 450 Plakate und 300 Schaufensteraufkleber produziert sowie etliche Pressemitteilungen verschickt. Von der Öffent-lichkeit unbemerkt, aber für das Miteinander und Netzwerken der Aktiven vor Ort eminent wichtig, fanden zehn Monatstreffen der aktiven Händler statt, bei denen die gemeinsamen Aktivitäten geplant und ausgewertet wurden.

Offen für alle: die Bahnhofstraße: Der Probelauf für das Aktive Zentrum Lichtenrade

 „Offen für alle: die Bahnhofstraße!“ war gewissermaßen der geplante Probelauf für das gerade eben gestartete, mehrjährige Projekt „Aktives Zentrum Lichtenrade“. Mit diesem Projekt von Senat und Bezirksamt wird das begonnene Geschäftsstraßenmanagement mit externen Kräften fortgesetzt und für die Umsetzung der gemeinsamen Ideen aus dem Best-Practice-Projekt des gesamten Bürger-forums gesorgt. Über die Stadtteilgrenzen hinaus soll die Bahnhofstraße eine anziehende Flaniermeile mit einer neuen Willkommenskultur werden und im Gegensatz zu anderen Zentren ein ebenerdiges Einkaufs- und Begegnungserlebnis bieten.

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Bahnhofstraße hat Potenzial, aber noch Nachholbedarf

Einige der geplanten Aktionen konnten wegen der begrenzten Ressourcen aller Beteiligten nicht realisiert werden, stehen aber im Ideenspeicher weiter ganz oben: so z.B. ein Fest an der Mälzerei zur weiteren Belebung des schlummernden Zentrumareals. Schwieriger als gedacht stellte es sich auch heraus, der Bahnhofstraße und ihren Akteuren nach den langen Jahren der Agonie frisches Leben einzuhauchen: „Viele Händler sind inaktiv oder desillusioniert, haben keine oder nur eine geringe Investitionsbereitschaft für gemeinsame Standortmaßnahmen. Es war teilweise nicht einmal möglich, sie zur Teilnahme an Infoveranstaltungen zu bewegen.“, macht Markus Bassin, Inhaber von „SpielFilmMusik“ seinem Herzen Luft. Unter anderem deshalb wurden die für Anfang September geplanten „Langen Nächte in der Bahnhofstraße“ nicht realisiert. Ziel war es, mit phantasievoll gestalteten Bürgersteigen und Parkraum, illuminierten Fassaden und Geschäften sowie einem bunten Programm ein völlig neues Gefühl für Flair in der Bahnhofstraße zu zeigen. Gleichzeitig sollte die im Leitbild Lichtenrades angestrebte Neuorganisation des Verkehrs an diesem Wochenende erlebbar gemacht werden.

Alle Beteiligten hoffen nun, dass die Umsetzung dieser Projektideen aus „MittendrIn Berlin!“ im Projekt „Aktive Zentren“ erfolgen kann und wird. „Ein professionelles, hauptamtliches Geschäftsstraßenmana-gement hat schon mal ganz andere zeitliche Möglichkeiten für eine Beteiligung der Akteure zu werben als meine Kollegen/innen und ich“, formuliert Kevin Bölling seine Hoffnungen und Erwartungen.

 

Physischer Abbau von Barrieren ist ein langfristiges Ziel

Das gilt auch für den dringend notwendigen Abbau physischer Barrieren in der Bahnhofstraße: Viele Geschäfte sind durch mindestens eine Stufe vom Niveau des Bürgersteigs getrennt. Nur wenige ermöglichen einen Zugang mit Rollstuhl oder Elektrowägelchen. Die Akteure aus Bürgerforum und Händlerinitiative haben eigens dazu einen speziellen Workshop für Immobilienbesitzer und -vermieter durchgeführt. Im nächsten Schritt soll diesen Beteiligten sowie dem Grundeigentümerverein, lokalen Geldinstituten und Handwerkern ein Paket geschnürt werden, das die bestehenden Barrieren systematisch abbaut und die Erfolge publizistisch begleitet.

 

MittendrIn Berlin!: Katalysator für Geschäftsstraßen

„MittendrIn Berlin! Die Zentren-Initiative“ ist eine Aktion des Landes Berlin, der IHK Berlin und der privaten Wirtschaft. Gemeinsame Absicht ist es, mit neuen Impulsen die Berliner Zentren und Geschäftsstraßen zu stärken. MittendrIn Berlin! ruft Handel, Gewerbetreibende, Bürgerinnen und Bürger auf, zusammen Verantwortung für ihren Standort zu übernehmen und diesen aktiv mitzuge-stalten. Unterstützt werden Konzepte, Projekte und Aktionen, die dauerhafte Effekte für die Stärkung von Zentren und Geschäftsstraßen versprechen und zu einer nachhaltigen Attraktivitätssteigerung und Belebung führen. Neben der Lichtenrader Bahnhofstraße wurden im Wettbewerbsdurchgang 2014/15 Projekte aus den Gebieten Weißenseer Spitze, Karlshorst und Alexanderplatz prämiert.

 

Das Bürgerforum: Plattform für Lichtenrade

„Lichtenrade soll schöner und lebenswerter werden“: Trotz der unterschiedlichen Ausrichtungen der einzelnen Vereine und Akteure, steht dieser Konsens für eine große Gemeinsamkeit der Mitglieder des Bürgerforum Zukunft Lichtenrade e. V. Ob Kunst- und Kulturschaffende, Sportvereine, Ökumen-ische Umweltgruppe, Grundeigentümer, Unternehmer oder Einzelmitglieder: Alle eint eine große Bereitschaft, mit den anderen Mitgliedern zu gemeinsamen Lösungen zu kommen, weil im öffentlichen Raum nur gemeinsame Vorhaben eine echte Chance zur Realisierung haben. Das Bürgerforum wurde von den Beteiligten initiiert, um eine allen Interessierten offene Plattform für die öffentliche Diskussion der Lichtenrader Probleme aber auch der nutzbaren Chancen des Stadtteils zu bilden.